Bundesverband
für Brandverletzte e.V.

 

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Aktuelle Neuigkeiten

Schwangerschaft mit Verbrennungsnarben


Wir haben uns mit einer Brandverletzte unterhalten die Verbrennungsnarben am Bauch hat. Ihr Unfall war 2003 und schwanger geworden ist sie 2015. Die Verbrennungsnarben sind also 12 Jahre alt. Anfangs hatte sich die Schwangere Gedanken darüber gemacht ob die narbige Haut das Wachsen des Bauches aushält. Die Gynäkologin kannte sich damit nicht aus und meinte das könne nur ein plastischer Chirurg wissen. Diesen Tipp hat sie sich für Notfälle gemerkt und die unkomplizierte Schwangerschaft mit ihrem Mann genossen.

Fotos haben Sie nur in angezogenem Zustand erstellt und gar nicht mehr an die Narben gedacht. Jeden Abend hat sie ihren Bauch mit Biöl eingeölt. Als der Bauch immer größer wurde und kaum noch Platz zum nach vorne ausdehnen hatte, war es ihr als wäre die Haut von den Seiten mitgedehnt worden. An den Seiten ist erstaunlicherweise dann die Haut gerissen, nicht die Narben.

Das Kind ist drei Wochen früher mit 2700 Gramm spontan zur Welt gekommen. Inwieweit sich eine noch weitere dreiwöchige Ausdehnung ausgewirkt hätte können wir demnach nicht beschreiben. Für die Entbindung wurde die MHH ausgewählt um für alle Eventualitäten  gerüstet zu sein.

Wir sind davon überzeugt dass das Verhalten der Narben bei Schwangerschaft sicher  auch am Hauttyp  liegt. Narbenkelloide reagieren bestimmt anders.

Die stellv. Vorsitzende hat mit zehn  Jahre alten Verbrühungsnarben auf dem Bauch zwei Schwangerschaften ohne Probleme durchgehalten. Bei ihr zieht sich die Narbe über den halben Bauch. Auch sie hat eine gute Heilhaut.

Eine weitere Brandverletzte hat Hautabnahmestellen auf dem Bauch, keine Verbrennungsnarben. Die sind bei ihr am Oberkörper, an den Armen und Beinen. Sie hat drei Schwangerschaften durchlebt, allerdings sind die Hautabnahmestellen auf dem Bauch gerissen.

Wir hoffen dass sich noch weitere Brandverletzte melden und von ihren Erfahrungen berichten. Gleichzeitig hoffen wir damit auch andere Brandverletzte zu ermutigen.     

/Stand: 16.02.2018 Petra Krause-Wloch