DAV Tagung 2009

20.01.2009
Die DAV Tagung hat in diesem Jahr im schönen österreichischem Ort Leogang, am Krallerhof, statt gefunden. Ausrichter war der Leiter Intensivstation für Schwerbrandverletzte in Wien, Doz. Dr. Lars-Peter Kamolz.

Auf der Veranstaltung in herrlichem Ambiente mit großer Industrieausstellung und interessanten Vorträgen waren 322 Teilnehmer zugegen. Dr. C. Schiestl hat in seinem Vortrag "Wieviel Wahrheit ist dem Menschen zumutbar? Oder was man erlebt wenn man ein Buch über Verbrennungen bei Kindern für Laien schreibt" berichtet, über die Entstehung des Buches "Schaut mich ruhig an - Wie brandverletzte Kinder und Jugendliche ihr Leben meistern." .  Er ist von dieser Arbeit immer noch fasziniert und meint, dass Bücher dicke Briefe an Freunde seien.

Ein Vortrag, der vor allem mich sehr berührt hat, ist von Dr. C. Ottomann aus Berlin gehalten worden: "Die Entwicklung eines neuen Musikstils nach schwerer Handverbrennung - Django Reinhardt als Begründer der Gipsy Swing." Da ich selbst mal Gitarre gespielt habe fand ich es sehr interessant und motivierend wie dieser Musiker seinen ganz persönlichen eigenen Musik-Stil entwickelt und nicht aufgegeben hat. 

Sehr interessant waren die neuesten Ergebnisse der Multicenterstudie "Psychosoziale Faktoren bei Brandverletzungen". Daraus ist inzwischen ein Gruppenbehandlungsprogramm für Schwerbrandverletzte entwickelt worden, das an drei Brandverletztenzentren (BGU Ludwigshafen, Unfallkrankenhaus Berlin, und Unfallkrankenhaus Hamburg) sowie zwei Rehabilitationszentren (Kliniken Passauer Wolf und Moritzklinik Bad Klosterlausnitz)  durchgeführt wird.

Für den Bundesverband für Brandverletzte e. V. hat die Vorsitzende, Petra Krause-Wloch an der DAV Tagung teilgenommen. Viele gute und neue Kontakte, sowie Gespräche haben sich ergeben mit Ärzten, Pharmafirmen und den Vertretern der weiteren Selbsthilfegruppen im Verbrennungsbereich. Es ist nicht nur von mir sehr positiv wahrgenommen worden mit allen anderen Selbsthilfegruppenvertretern, während der Tagung,  immer wieder mal ins Gespräch gekommen zu sein.  In dem von mir gehaltenen Referat habe ich "Einen Leitfaden für Casemanagement bei Schwer-Brandverletzten" vorgestellt. Eine Bereicherung war für mich die Teilnahme an dem Workshop "Konflikte als kreatives Potential".

Die Welcome Reception, der Hüttenabend und auch das Galadiner rundeten das reichhaltige Programm in angenehmer Atmosphäre, bei gutem Essen ab. Auf dem Hüttenabend konnte nach Herzenslust das Tanzbein geschwungen werden.

In 2010 wird die DAV Tagung von Dr. M. Steen, aus unserem wissenschaftlichen Beirat, in Rohrmoos Schladming durchgeführt.