Patientenberatung und Information

04.03.2009

Für den 04.03.2009 hatte die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Frau Helga Kühn-Mengel, gemeinsam mit der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) zu einer Tagung zum Thema Patientenberatung und Information eingeladen.

Dabei hatte die UPD Gelegenheit ihre Arbeit vorzustellen und sich gegenüber der Selbsthilfegruppenarbeit abzugrenzen. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD), die über die Spitzenverbände der Krankenkassen voll finanziert wird, hat seit 2007 für eine Verbesserung der Qualität bisher 22 Beratungsstellen, vorrangig in großen Städten, eingerichtet. Sie unterscheidet sich von Selbsthilfegruppen, indem sie nicht mit Selbsterfahrung berät, sondern qualitätsbewusst und evidenzbasiert. Es arbeiten dort Juristen, Sozialpädagogen und Pflegwirte, die sich als Wegweiser und Lotsen im Gesundheitssystem sehen. Die UPD gilt als Modellprojekt. Ihre Beratung wird zu 50% per Telefon über eine kostenlose Hotline durchgeführt.

Dr. Martin Danner von der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe (BAG Selbsthilfe) überzeugt die Anwesenden vom Angebot der Selbsthilfegruppen. Dadurch, dass Betroffene einen anderen Hintergrund besitzen, seien sie in der Lage einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen. Patienten brauchen Entscheidungsunterstützung, Information mit einzelnen Entscheidungsaspekten, umfassenden nachvollziehbare Beratung, vor allem emotionale Unterstützung und Begleitung. Das Emotionale würde oft zu Unrecht vernachlässigt. Auch die Selbsthilfe arbeite qualitätsbezogen und sei ein zusätzlicher Baustein zur evidenzbasierten Medizin. Patientenorganisationen brauchen Empoverment, sollen mutig sein und Rechte einfordern, sich selbstbewusster geben. Auch dort sind Systemkenntnisse und Rechtskenntnisse zu finden.

In der Diskussion betrachten die anwesenden Selbsthilfegruppenvertreter die UPD sehr kritisch. Dazu gibt Kühn-Mengel zu bedenken, dass es nicht die chronisch Kranken seien die zur UPD kämen. Als Einheitliches Resümee gilt, dass die Patientenberatung über inhaltliche Qualität und Vermittlungsqualität verfügen solle.

Resümee der Selbsthilfegruppen:

Die finanzielle Förderung durch die Krankenkassen ist für alle erheblich zurückgegangen. Der Bundesverband für Brandverletzte e. V. muss Einbußen von bis zu 60% hinnehmen und andere Finanzquellen suchen.